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Wenn der Arbeitsplatz zur Falle wird

In vielen Berufen erlebe ich, wenn ich als Beraterin unterwegs bin, dass Mitarbeiter die schon lange dort beschäftigt sind, oft das Gefühl haben, sie könnten nichts mehr bewirken.

Langjährige Mitarbeiter erleben in ihren Organisationen das sie wenig Mitsprache bei Veränderungen in der Organisation haben. Selbst die kleinsten Kleinigkeiten, wie zum Beispiel: „..wo sollte in der neuen Einrichtung der Klienteneingang sein, welche Farbe sollen die Wände haben, dürfen wir diesen leeren Raum mit nutzen und für unsere Arbeit einplanen?“ ... unzählige weitere Beispiele die normale Mitarbeiter locker beantworten könnten, werden oft von 'fernen' Leitungen bestimmt.

Das Gefühl der Angestellten, nicht wirklich Mitsprache haben zu können oder ihre Ideen einbringen zu können, führt oft zu einer großen Desillusionierung bis hin zur inneren Kündigung.

Beim näheren Hinschauen in der Supervision, d.h. wenn man mit diesen Kollegen spricht, wo ihr Entscheidungsspielraum beginnt und wo er endet, stellt sich heraus, das es doch möglich ist eigene Schritte und Initiativen zu ergreifen. Doch der Alltag hat diese Mitarbeiter abgestumpft. Die vielen Herabsetzungen über die Jahre, die vielen Streitereien um Kleinigkeiten haben ihn oft den Mut und die Freude genommen, sich selber einzubringen.
Über die Jahre sind viele, viele Brüche in den Köpfen und im Verhalten der Mitarbeiter zu erkennen. Die nötige Wertschätzung und der Respekt gegenüber langjährigen Angestellten und das Verstehen um ihre Geschichte sind oft nicht vorhanden.

Ohne Wertschätzung kann aber keine Organisation wachsen. „Wer seine Wurzeln nicht achtet, kann nicht wachsen“ sagt Friedensreich Hundertwasser und spricht für mich hiermit auch über das Leben in und von Organisationen an.

Nutzen Sie Ihren Handlungsspielraum wirklich aus?

Und doch stellt sich die Frage in der Supervision: „Wie viel Handlungsspielraum hat ein Mitarbeiteroder eine Mitarbeiterin?“ In meinen Beratungsprozessen wird über das Leiden, das nicht Verstehen und die Enttäuschungen gesprochen. Doch mir ist es wichtig das es nicht dabei bleibt. Jeder sollte und kann seine Handlungsspielraum nutzen. Oft braucht es ein längeres darüber Nachdenken, an welcher Stelle man wieder aktiv werden kann. Das kann die Supervision leisten.
Bevor ein Nachdenken überhaupt einsetzen kann, ist es wichtig Raum und Offenheit für die Verwundungen, für die Verletzungen und für die Enttäuschungen in einer Supervision zu ermöglichen. Ohne diesen Raum wird nichts Neues entstehen. Erst wenn der Boden wieder bereitet ist, der Frust verflogen ist, kann man neue Ideen entwickeln.

Und mit neuen Ideen kehrt wieder die Lebensfreude und der Spaß am täglichen Tun ein.

Es kann wieder gelacht werden.
Es kann wieder gesponnen werden.
Das Leben darf wieder Spaß machen.

Ja, das Arbeitsleben darf Spaß machen.

Und wenn meine Beratungskunden wieder lachen und und scherzen, spüre ich 'das war auch für mich eine sinnvolle Arbeit.'

Mein Credo: Nutzen Sie bitte Ihren Handlungsspielraum aus!

Ihre Christiane Jacobs